Ansprache Pfarrgemeinderatsvorsitzender

Verehrte Festgäste,

dieser Herbsttag, Tag des Patroziniums und des Pfarrfestes 2014 ist ein besonderer Tag der Freude und der Dankbarkeit.

Freude über

-         den Erfolg langjähriger Bemühungen

-         das sichtbare Ergebnis

-         über gewonnene Gestaltungsmöglichkeiten.

Dankbarkeit für

-         erlebte Gemeinschaft auf dem Weg zum Ziel

-         für erreichte Kompromisse zur Überwindung von Hindernissen

-         für Unterstützung aus verschiedensten Lagern und Lebensbereichen.

Der Beruf des Architekten– vielleicht kann man auch von einer Berufung sprechen  – hat in allen Kulturen (das ist mir persönlich gerade in den vergangenen Wochen wieder sehr bewusst geworden) etwas Aufbauendes, Gestalterisch-kreatives, Schöpferisches.

Freilich muss sich der Architekt und Bauleiter in unserer Zeit auch mit „Niederungen“ befassen, mit (gelegentlich) einengenden Planvorgaben, mit knappen Finanzmitteln bei Maximalwünschen des Bauherrn J.

Und doch: Am Ende steht ein sichtbares Bauwerk, das er geschaffen hat und auf das er – so er seine Aufgabe gut erfüllt hat – stolz sein kann.

Aber alle diejenigen, die an der Planung und Verwirklichung eines solchen Projekts beteiligt waren oder noch sind, können stolz auf ihre Leistung sein. Viele aus unserer Gemeinde, aus unseren Familien, aus unserem Umfeld haben mit angepackt und ihren Teil zum Erfolg beigetragen. Nur durch

  • Ø diese gemeinschaftliche Anstrengung,
  • Ø diesen übergreifenden Konsens auf ein für unsere Pfarrgemeinde und zugleich für unsere politische Gemeinde bedeutendes Ziel hinzuarbeiten,
  • Ø nur durch die übertragene Verantwortung, die es den Menschen ermöglichte, die Umsetzung des Projekts als ihr eigenes Anliegen anzusehen, wurde das, was wir heute „in Besitz nehmen“ und einweihen dürfen, möglich.

Die hier geschaffene Verbindung von neu und alt, von Tradition und Moderne setzt einen besonderen Akzent im Herzen der neuen Ortsmitte Reute.

Das äußere Werk steht. Und Reute kann stolz sein auf seine Handwerkerschaft, seine tüchtigen Menschen, die ein solches Werk in ihrer (Orts-)Mitte zu schaffen in der Lage sind.

Das Gebäude ist in seinem WERDEGANG (also wie es entstanden ist) ein Symbol für gewachsene und vertiefte Gemeinschaft; es ist nicht selbstverständlich und war auch hier bei uns nicht immer so, dass sich die in den kirchlichen Leitungsgremien, die in der Kirchen(finanz)verwaltung und die in der politischen Gemeinde Verantwortlichen ebenso wie Dritte in einer Sache ins Zeug legen. Oft sieht jeder SEINE Interessen.

Das war und wurde bei diesem Projekt anders. Die Zeit war reif.

Was entstanden ist, dieses auf den Namen eines großen Sohnes der Gemeinde Carl Caspar getaufte Haus, gibt der Pfarrgemeinde – aber auch den Menschen in Reute überhaupt – HEIMAT.

Heimat wird auch und gerade die Pfarrgemeinde brauchen.

Wir stehen vor der Neustrukturierung der Hierarchien in unserer Seelsorgeeinheit. 2015 wird sie kommen. Wir sind vorbereitet.

  • Ø Baulich ist die Pfarrgemeinde Reute gut aufgestellt.
  • Ø Es fehlt auch nicht an für die Gemeinschaft engagierten Katholikinnen und Katholiken.
  • Ø Es fehlt nicht an Talenten.
  • Ø Es bleibt zu hoffen, dass sich diese vorhandene Substanz, unser „Kapital“ finden, entfalten, in fruchtbare Gemeindearbeit und in eine positive Entwicklung des Gemeindelebens umsetzen lässt.
  • Ø Es gilt nun, diese Mauern „mit Leben zu erfüllen“.

 

Der äußere Rahmen ist durch die Mühen und das jahrelange Engagement der Menschen vor Ort geschaffen. Nun muss es uns gelingen auch im Inneren gefestigten Traditionen, Altbewährtes mit modernem Leben, den Lebensverhältnissen der Familien und Menschen, ihren Sorgen und Freuden in Einklang zu bringen.

Ich danke allen, die an diesem Werk mitgebaut haben.

All das, was ein Architekt braucht:

  • Ø Aufbauendes,
  • Ø Gestalterisch-kreatives,
  • Ø Schöpferisches
  • Ø Mut, Material in neuen Formen anzuwenden

das brauchen wir nun im Inneren.

Ich bitte Gott, dass es uns gelingen möge.

 

Michael Mächtel

Vorsitzender Pfarrgemeinderat